Recklinghausen - 24.12.04
Am heutigen Freitag hat, wie an den Wochenenden zuvor, ein Aufmarsch von Neonazis begleitet von antifaschistischen Protesten stattgefunden. Etwa 70 Neonazis waren nach Recklinghausen gekom- men, um unter dem Motto „Musikfreiheit ist auch Meinungsfreiheit“ zu demonstrieren.
Begleitet wurde der Aufmarsch von einem geringeren Polizeiaufgebot, als dies in den letzten Wochen der Fall war. Auch bei diesem Auf- marsch blieb Protest von antifaschistischen Gruppen und Einzelper- sonen nicht aus.
Die meisten Nazis reisten mit dem Zug aus Richtung Essen kommend um ca. 9.50 Uhr in Recklinghausen an. Hier wurden sie von der Polizei im Empfang genommen und zu ihrem Sammlungspunkt geleitet. Schon hier zeigte sich antifaschistischer Protest: Am Bahnhof hatten sich Antifaschisten eingefunden, die die anreisenden Nazis mit abwertenden Sprechchören, Parolen und Transparenten erwarteten.
Nachdem die Nazis von der Polizei zu ihrem Sammlungspunkt auf dem Wickingplatz geleitet wurden, machten sich die am Bahnhof anwesenden Antifa- schisten auf, um auf die Naziroute zu gelangen und diese zu blockieren. Auf der Halternerstr., Höhe Araltankstelle, versuchte die Polizei die Nazi-Gegner zu stoppen, was aber größtenteils misslang. Hier wurde von der Polizei mehrfach der Schlagstock und andere Gewaltmittel gegen Gegendemonstranten eingesetzt um ein weiteres Vordringen zu verhindern. Erst an der Ecke Halternerstr./Waisenhausstr. konnte die Polizei die Demonstranten daran hindern weiter auf die Naziroute vorzudringen. Unterdessen waren die Nazis ca. um 10.30 vom Wickingplatz losmarschiert und erreichten diese Straßenecke wenig später. Hier wurde ihnen von den Gegendemonstranten gezeigt, dass sie in Recklinghausen weiterhin unerwünscht sind. Als die Nazis dieses Nadelöhr passiert hatten, machte sich der Großteil der antifaschistischen Gegendemonstranten auf den Weg zum Ort der Zwischenkundgebung der Nazis (dem Parkplatz der Händelschule). Diesen hatte die Polizei aber vor dem Erscheinen der Gegendemonstranten bereits abgesperrt und gesichert. An den Absperrungen machten die Demonstranten ihren Unmut über die Nazis Luft und störten die Kundgebung mit Sprechchören und Transparenten. Nachdem die Nazis ihre Kundgebung beendeten, versuchten die Gegendemonstranten abermals auf die Route der Nazis zu kommen, was ihnen an der Ecke Beisinger Weg/An der Lehmkuhle auch teilweise gelang. Hier kam es zu einer Sitzblocke von Gegendemonstranten vor den Nazis. Um den Weg für die Nazis freizumachen entschied sich die Polizei die Blockade aufzulösen bzw. zu räumen. Bei der Räumung ging die Polizei mit unnötiger Gewalt vor. Die Nazis wurden anschließend direkt an den Gegendemonstranten vorbeigeleitet. Sie hatten kurz zuvor sogar versucht zu der Sitzblockade durchzubrechen, was aber von der Polizei verhindert wurde. Weit kamen sie allerdings nicht, denn auf der Halternerstr. hatte sich bereits eine neue Sitzblockade mit erheblich mehr Blockierern gebildet. Hier wurden die Blockierer von der Polizei abgefilmt, aber nicht weiter schickaniert oder geräumt. Stattdessen wurde die Nazi-Demonstration gezwungen auf dem Gehweg weiterzumarschieren, um die Blockade auf der Strasse zu umgehen. Die Nazis wurden an dieser Stelle von der Polizei in nächster Nähe zu den Blockierern vorbeigeleitet. Beim Passieren der Blockade wurde den Nazis abermals von den Antifaschisten gezeigt, dass sie in Recklinghausen nichts zu suchen haben und mehr als unerwünscht sind. An der Halternerstr. Ecke Waisenhausstr. wurden die Nazis dann in die Waisenhausstr. geleitet, welche anschließend von der Polizei abgesperrt wurde. Nachdem die Nazis ausser Sicht- und Hörweite der Gegendemonstranten waren, zogen diese zum Bahnhof. Hier verabschiedeten sie die abreisenden Nazis noch einmal mit Sprechchören und Parolen.
Insgesamt kann von diesem Tag aus antifaschistsicher Sicht ein positives Fazit gezogen werden. Es haben sich wieder bis zu 150 Menschen in Recklinghausen zusammengefunden, die die Nazis nicht, wie vom Bürgermeister geraten, ohne Beachtung und Protest haben marschieren lassen. Mehrmals haben Antifaschisten ihren Protest direkt an der Naziroute zeigen können und es ist zu zwei gelungenen Sitzblockaden gekommen.
Dieses dürfte der letzte Aufmarsch von Neonazis in Recklinghausen in diesem Jahr gewesen sein. Alldings sprachen Redner auf der Zwischenkundgebung der Nazis von neuen Aktionen, wie Konzerten und Aufmärschen, in Recklinghausen. Die Stadt muss sich also auf neue Aktionen der Neonazis gefasst machen und der antifaschistische Protest wird auch im nächsten Jahr gefordert sein, um dem braunen Mob Einhalt zu gebieten. Wenn die Nazis wiederkommen sind wir schon da!
PRESSEMITTEILUNG DER ANTIFA (X) RECKLINGHAUSEN ZUM NAZIAUFMARSCH AM 24.12.2004
Am heutigen Freitag hat, wie an den Wochenenden zuvor, ein Aufmarsch von Neonazis begleitet von antifaschistischen Protesten stattgefunden. Etwa 70 Neonazis waren nach Recklinghausen gekom- men, um unter dem Motto „Musikfreiheit ist auch Meinungsfreiheit“ zu demonstrieren.
Begleitet wurde der Aufmarsch von einem geringeren Polizeiaufgebot, als dies in den letzten Wochen der Fall war. Auch bei diesem Auf- marsch blieb Protest von antifaschistischen Gruppen und Einzelper- sonen nicht aus.
Die meisten Nazis reisten mit dem Zug aus Richtung Essen kommend um ca. 9.50 Uhr in Recklinghausen an. Hier wurden sie von der Polizei im Empfang genommen und zu ihrem Sammlungspunkt geleitet. Schon hier zeigte sich antifaschistischer Protest: Am Bahnhof hatten sich Antifaschisten eingefunden, die die anreisenden Nazis mit abwertenden Sprechchören, Parolen und Transparenten erwarteten.
Nachdem die Nazis von der Polizei zu ihrem Sammlungspunkt auf dem Wickingplatz geleitet wurden, machten sich die am Bahnhof anwesenden Antifa- schisten auf, um auf die Naziroute zu gelangen und diese zu blockieren. Auf der Halternerstr., Höhe Araltankstelle, versuchte die Polizei die Nazi-Gegner zu stoppen, was aber größtenteils misslang. Hier wurde von der Polizei mehrfach der Schlagstock und andere Gewaltmittel gegen Gegendemonstranten eingesetzt um ein weiteres Vordringen zu verhindern. Erst an der Ecke Halternerstr./Waisenhausstr. konnte die Polizei die Demonstranten daran hindern weiter auf die Naziroute vorzudringen. Unterdessen waren die Nazis ca. um 10.30 vom Wickingplatz losmarschiert und erreichten diese Straßenecke wenig später. Hier wurde ihnen von den Gegendemonstranten gezeigt, dass sie in Recklinghausen weiterhin unerwünscht sind. Als die Nazis dieses Nadelöhr passiert hatten, machte sich der Großteil der antifaschistischen Gegendemonstranten auf den Weg zum Ort der Zwischenkundgebung der Nazis (dem Parkplatz der Händelschule). Diesen hatte die Polizei aber vor dem Erscheinen der Gegendemonstranten bereits abgesperrt und gesichert. An den Absperrungen machten die Demonstranten ihren Unmut über die Nazis Luft und störten die Kundgebung mit Sprechchören und Transparenten. Nachdem die Nazis ihre Kundgebung beendeten, versuchten die Gegendemonstranten abermals auf die Route der Nazis zu kommen, was ihnen an der Ecke Beisinger Weg/An der Lehmkuhle auch teilweise gelang. Hier kam es zu einer Sitzblocke von Gegendemonstranten vor den Nazis. Um den Weg für die Nazis freizumachen entschied sich die Polizei die Blockade aufzulösen bzw. zu räumen. Bei der Räumung ging die Polizei mit unnötiger Gewalt vor. Die Nazis wurden anschließend direkt an den Gegendemonstranten vorbeigeleitet. Sie hatten kurz zuvor sogar versucht zu der Sitzblockade durchzubrechen, was aber von der Polizei verhindert wurde. Weit kamen sie allerdings nicht, denn auf der Halternerstr. hatte sich bereits eine neue Sitzblockade mit erheblich mehr Blockierern gebildet. Hier wurden die Blockierer von der Polizei abgefilmt, aber nicht weiter schickaniert oder geräumt. Stattdessen wurde die Nazi-Demonstration gezwungen auf dem Gehweg weiterzumarschieren, um die Blockade auf der Strasse zu umgehen. Die Nazis wurden an dieser Stelle von der Polizei in nächster Nähe zu den Blockierern vorbeigeleitet. Beim Passieren der Blockade wurde den Nazis abermals von den Antifaschisten gezeigt, dass sie in Recklinghausen nichts zu suchen haben und mehr als unerwünscht sind. An der Halternerstr. Ecke Waisenhausstr. wurden die Nazis dann in die Waisenhausstr. geleitet, welche anschließend von der Polizei abgesperrt wurde. Nachdem die Nazis ausser Sicht- und Hörweite der Gegendemonstranten waren, zogen diese zum Bahnhof. Hier verabschiedeten sie die abreisenden Nazis noch einmal mit Sprechchören und Parolen.
Insgesamt kann von diesem Tag aus antifaschistsicher Sicht ein positives Fazit gezogen werden. Es haben sich wieder bis zu 150 Menschen in Recklinghausen zusammengefunden, die die Nazis nicht, wie vom Bürgermeister geraten, ohne Beachtung und Protest haben marschieren lassen. Mehrmals haben Antifaschisten ihren Protest direkt an der Naziroute zeigen können und es ist zu zwei gelungenen Sitzblockaden gekommen.
Dieses dürfte der letzte Aufmarsch von Neonazis in Recklinghausen in diesem Jahr gewesen sein. Alldings sprachen Redner auf der Zwischenkundgebung der Nazis von neuen Aktionen, wie Konzerten und Aufmärschen, in Recklinghausen. Die Stadt muss sich also auf neue Aktionen der Neonazis gefasst machen und der antifaschistische Protest wird auch im nächsten Jahr gefordert sein, um dem braunen Mob Einhalt zu gebieten. Wenn die Nazis wiederkommen sind wir schon da!


