Dortmund - 04.04.06
Nazimord an Kioskbesitzer

In der Nordstadt in der Mallinckrodtstraße betrieb der 39-Jährige Mehmet Kubasik mit seiner Frau Elif einen kleinen Kiosk. Am Morgen des 4. April 2006 um ca. 10:20 Uhr löste er seine Frau ab. Es war ein Abschied für immer.

Zeugen sagten aus, dass am Tattag in der Zeit von etwa 12.35 Uhr bis 12.50 Uhr zwei männliche Personen im Bereich des Kiosks gesehen wurden. Gegen 12.30 Uhr bewegten sich die Personen auf der Bürgersteigseite des Kiosks in Richtung Westen und wurden durch den Zeugen zwischen Lotto-Geschäft und Kiosk  des Herrn Kubasik gesehen. Gegen 12.50 Uhr sollen die Personen dann in Höhe der Garagenzufahrt neben dem Kiosk gestanden haben.

Kurz danach traten, wie Ende 2011 sich herausstellte zwei Nazis auf ihn zu und töteten ihn aus nächster Nähe mit gezielten Schüssen in den Kopf. „Der Mord hatte Züge einer Hinrichtung“, sagte der Dortmunder Staatsanwalt Heiko Artkämper.

Im November 2011, nachdem sich die beiden Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, sich selber töteten, fand man eine DVD mit einem Bekennerfilm. Die Täter erklärten, ihre Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" sei ein "Netzwerk von Kameraden mit dem Grundsatz Taten statt Worte". Weiterhin rühmten sie sich, mindestens neun Morde an türkischen und einem griechischen Einwanderer begangen zu haben.