Bochum 31.12.08
Erklärung vom SV GERMANIA zum Nazikonzert.
SV GERMANIA gegen RECHTS !!!


Wir, der SV Germania Bochum-West 12/27 e.V., bestreiten an dieser Stelle ganz klar und eindeutig den Vorwurf, rechtsextreme oder rechtspopulistische Gruppen zu unterstützen oder mit ihnen zu sympathisieren ! Die bekanntgewordene Vermietung unseres Vereinshauses an eine solche Gruppierung geschah weder im Wissen darüber, zu welchem Zwecke die Anmietung erfolgte, noch im Wissen darüber, welche Gruppierung hinter dem Mieter steckte. Weder wir als Verein, noch unsere Vermieterin wussten über den Hintergrund Bescheid ! Zudem versuchen wir seid Kenntnis der Fakten, alles in unserer Macht stehende, um die Situation noch zu ändern, bzw. zu entschärfen.
Wir weisen darauf hin, dass unser Verein in einem Stadtteil angesiedelt ist, in dem der Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund sehr hoch ist. Ähnlich ist es auch in unserem Verein. Wir verstehen uns daher als einen Verein, der um Integration und Harmonie zwischen den Men- schen bemüht ist. 
Quelle: SV Germania, 31.12.08



Bochum - 02.01.09

Rechtsextreme mieten Vereinsheim

 
Die Silvesterfeier einer vermutlich rechtsextremen Gruppe aus Dortmund hat kurzfristig für Aufregung gesorgt.

Nach Angaben der Online - Plattform „BO-alternativ” hatten bekannte Neonazis das Vereinsheim des SV Germania Bochum-West für diese Feier angemietet. Ursprünglich habe dort sogar ein Konzert rechtsradikaler Rockbands stattfinden sollen.

Der Verein stellte gleich nach Bekanntwerden auf seiner Webseite klar, dass weder er noch seine Vermieterin Kenntnis von dem Feierzweck gehabt hätten. Man würde sich als Verein, in dem viele Spieler mit Migationshintergrund aktiv seien, „von jedweder nationalsozialistisch - orientierten Gruppierung distanzieren” und pflege auch keine Kontakte zur rechten Szene. Die Feier verlief nach Angaben der Polizei konfliktfrei, weder habe man eine konkrete Gefahr festgestellt noch sei es zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Polizei-Sprecher Michael Bloch: „Wir haben die Lage beobachtet und ausgewertet. Für mehr waren der Polizei die Hände gebunden.” Es habe sich nicht um ein Konzert, sondern „eine private Feier” gehandelt. Teilnehmerzahl: „deutlich unter Hundert.”

Die Plattform „BO-alternativ” kritisierte die Dortmunder Hinweisgeber: Der endgültige Vertrag mit den Anmietern sei erst am 30. Dezember unterzeichnet worden. Es sei „völlig unbegreiflich”, das die Dortmunder Antifaschistische Union erst jetzt über die Pläne informiert habe: „So handelt niemand, der ein Nazi-Treffen wirklich verhindern will.”

Quelle: WAZ Bochum, 02.01.09
Bochum - 31.12.08
Neonazis planen Sylvester-Konzert in Bochum


Die antifaschistische Union Dortmund schreibt in einer Presseerklärung:

Für den Sylvester-Mittwoch, den 31. Dezember 2008, planen Dortmunder Neonazis ein Rechts - Rock - Konzert in Bochum. Für dieses Konzert wird nur intern durch Rundbriefe und gesicherte Foren mobilisiert.

Der genaue Veranstaltungsort ist bereits bekannt: Das Vereinsheim des SV Germania Bochum - West in der Pestalozzistr. 23 in Bochum. In Gesprächen mit der Vermieterin, Else Pommerin, haben AntifaschistInnen dieser ausführlich dargelegt, um was für eine Veranstaltung es sich bei dem morgigen Konzert handelt. Die Vermieterin zeigte sich jedoch uneinsichtig und war nicht bereit den Mietvertrag zu kündigen, obwohl ihr bekannt war, dass Neonazis diese Party organisieren.

Angemeldet wurde das Vereinsheim diesmal von dem Neonazi Björn Benjamin Thom. Als Organisator zeichnet sich ein anderer Dortmunder Neonazi verantwortlich: Alexander Deptolla, der bereits hinlänglich als Veranstalter von RechtsRock-Konzerten bekannt ist.

Björn Benjamin Thom Quelle: Indymedia
So veranstaltete er am 04.10.2008 ein Neonazikonzert mit rund 100 Teilnehmern im Do-Spähenfelde und kann auch höchst wahrscheinlich für das Neonazikonzert am 13.12.2008 in Do-Germania mit ca. 80 Teilnehmern als Verantwortlicher ausgemacht werden. Oft werden in der Neonaziszene einschlägig bekannte Bands wie die NS-Hard- core-Bands „Eternal Bleeding“ (Ostdeutschland) und „Civil Disorder“ (Magdeburg) dafür angefragt. Zum einen dienen diese Konzerte der Szene als Instrument, um Jugendliche an die Szene heranzuführen, zum anderen sind sie für aktive Neonazis ein wichtiger Teil der „Erlebniswelt Rechtsextremismus“. Zudem werden durch die Einnahmen die neonazistischen Aktivitäten im Ruhrgebiet massiv finanziell unterstützt. Sämtliche Einnahmen durch diese Konzerte kommen beispielsweise der neonazistischen Gruppierung „Nationaler Widerstand Dortmund“ zu Gute. Der Eintrittspreis liegt bei ca. 10 €. Hinzu- kommen die Getränkepreise, die bei ca. 1 € liegen und der Verkauf von Merchandise-Produkten. Bei den zu erwartenden 150 - 200 Neonazis aus ganz Nordrhein-Westfalen liegt der Umsatz allein bei diesem RechtsRock-Konzert bei geschätzten 3000€. Das erwirtschaftete Geld wird dann von den Dortmunder Neonazis für die Produktion von Propagandamaterial unter anderem für ihren europaweiten Neonaziaufmarsch zum Antikriegstag, am 5. September 2009, genutzt werden.

Um dies zu verhindern, liegt es nun an örtlichen und regionalen Kräften genügend Druck aufzubauen, um die verantwortliche Vermieterin dazu zu bewegen, den Mietvertrag zu kündigen. Das Vereinsheim gehört zu dem Sportverein Germania Bochum-West. Da nach unserem Kenntnisstand allerdings schon mehrere von Deptolla organisierte Konzerte dort störungsfrei stattgefunden haben, kann man offene Sympathien zur Neonaziszene, mindestens aber billigende Ignoranz seitens der Vermieterin, nicht von der Hand weisen. So muss die Frage gestellt werden, ob neonazistische Veranstaltungen von dem Verein aktiv unterstützt werden.

Während die Dortmunder Polizeiführung beispielsweise am 04.11.2008 ihrem Ruf, neonazistische Veranstaltungen zu dulden, wieder alle Ehre machte, indem sie das ebenfalls von Deptolla organisierte Konzert stattfinden ließ, ist zu hoffen, dass sich in Bochum Stadt und Polizei bemühen werden, eine Absage des Konzerts zu erreichen.

Dortmund - 31.12.2008
»Braune Szene ist dank guter Pflege angewachsen«

Dortmundert Normalität: Neonazis werden verharmlost, Antifa- schisten kriminalisiert. Ein Gespräch mit Ursula Richter

Interview: Markus Bernhardt
Ursula Richter ist Sprecherin des
Bündnisses Dortmund gegen rechts


Wiederholt ist das Haus, in dem Sie wohnen, von Neonazis be- schmiert worden. Nehmen die Aktivitäten der Rechten in Dort- mund weiter zu?

Der jüngste Farbanschlag liegt nur einige Tage zurück, wiederum an Weihnachten – diesmal ohne Grußbotschaft. Vor zwei Jahren hieß es »Frohes Fest, die Anti-Antifa!« Im Sommer darauf gab es neben brauner Lackfarbe im Hauseingang die Warnung: »Finger weg von unserer Jugend! Antifaarbeit verhindern! Antifagruppen zerschlagen! Wer der Bewegung im Weg steht, muß mit den Konsequenzen leben«. Wir sind hier nicht die Einzigen, die seit Jahren immer wieder bedroht werden. Auch andere Antifaschisten, linke Büros, eine Szenekneipe und ein fortschrittlicher Buchladen sind mehrfach Ziel neonazistischer Angriffe geworden. Unter dem Vereinsnamen »Tremonia« betrieben sie sogar in der Turnhalle einer Dortmunder Schule Kampfsport, bis sie kürzlich enttarnt wurden.

In den vergangenen zehn Jahren ist es in Dortmund bereits zu vier von Neonazis verübten Morden und Dutzenden gezielt vor- bereiteten gewalttätigen Übergriffen gekommen. Gibt es kei- nerlei Umdenken bei der Polizei?

Nur an den vierten Ermordeten, den Punker »Schmuddel«, wird regel- mäßig von Antifaschisten erinnert. Die Morde an den drei Dortmunder Polizisten, verübt von dem Neonazi und vermuteten V-Mann Michael Berger im Jahr 2000, sind weitgehend aus dem öffentlichen Bewußtsein getilgt. Auch die Polizei selbst scheint sie verdrängt zu haben. Sonst hätte sie die Aggressivität der Neonazis bei ihrer sogenannten Antikriegsdemo am 6. September, bei der mehrere Beamte verletzt wurden, anders beantworten und die Demonstration auflösen müssen. Neonazis durften einmal mehr marschieren, Antifaschisten wurden gestoppt.
Nein, ein Umdenken bei Polizei und Staatsschutz ist nicht in Sicht. Die Praxis des Verharmlosens wird seit Jahren von Politik, Justiz und Staatsschutz gefahren. Inzwischen ist die braune Szene dank guter Pflege so angewachsen und frech geworden, daß zumindest von politischer Seite ein Umdenken und Gegensteuern spürbar wird.

Gemeinsam mit anderen Senioren haben Sie anläßlich des rech- ten Aufmarsches im September die »Aktion 65plus« ins Leben gerufen. Nun wird gegen Sie ermittelt...

Die »Aktion 65plus« wurde von alten Antifaschisten ins Leben gerufen, weil wir das Neonaziunwesen und die ständigen Aufmärsche in unserer Stadt nicht mehr ertragen können und wollen. Mit der Anmeldung von Mahnwachen an den »Stolpersteinen«, die an Opfer des Faschismus erinnern, längs der Naziroute wollten wir uns dem Aufmarsch in den Weg stellen. Trotz des Verbotes, zu diesen kleinen Gedenkstätten zu gehen, folgten 700 Menschen, alte und junge, dem Transparent der »Aktion 65plus« und machten sich auf den Weg. Gegen mich wird nun als Leiterin einer »verbotenen Demonstration« ermittelt, da mir die Strecke zu den »Stolpersteinen« an der Naziroute durch die Polizei untersagt war und sie unseren Gang nicht als »Spontandemo« wertet.


Werden Sie sich von den zunehmenden Attacken der Neonazis und den Einschüchterungen durch die Dortmunder Polizei in Ihrer Arbeit behindern lassen?

Dann hätten die Nazis das erreicht, was sie wollen: ihre Gegner einschüchtern. Unsere »Aktion 65plus« hat in der Öffentlichkeit viel Zustimmung erhalten und so erwarte ich die Solidarität, die über den Ärger, die materielle Schädigung und das beschämende Verhalten der Dortmunder Polizeileitung hinweghilft. Wir werden jetzt in den Bünd- nissen unsere Gegenwehr gegen den nächsten angekündigten Auf- marsch vorbereiten. Die »Aktion 65plus« wird sich wieder aktiv ein- mischen.

Quelle: Junge Welt, 31.12.08
Bochum, 22.12.08
Rute 2008

Offener Brief


Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Wenner,

wie Sie vielleicht wissen, verleiht die Soziale Liste Bochum jeweils zu Ende eines Jahres ihre Auszeichnung „Die Rute der Sozialen Liste“ an eine Bochumer Persönlichkeit oder Institution, die ihr in jenem Jahr durch ihre Entscheidungen oder ihr Verhalten besonders negativ aufgefallen ist. In diesem Sinne haben Sie schon in den vergangenen Jahren, wie wir hier in einer kleinen Chronologie darlegen werden, konti- nuierlich durch Ihre verbalen Rundumschläge gegen AntifaschistInnen, Menschen mit Migrationshintergrund und andere,Ihnen suspekt erscheinende, Personengruppen sowie Hasardeursaktionen gegen die Freizügigkeit von Teilen der Bochumer Bevölkerung auf unseren Preis hin gearbeitet.

Thomas Wenner

Doch nun, im Licht der Ereignisse um die von Ihnen genehmigten Naz - Demo am 25.10.08, freuen wir uns Ihnen mitteilen zu können, dass wohl niemand anderer die „Rute der Sozialen Liste 2008“ mehr verdient hat als Sie. Herzlichen Glückwunsch!

Schon im Vorgespräch zur Demo rückten Sie in Ihrer unnachahmlichen Weise demokratische AntifaschistInnen in die Nähe von faschistischen Verbrechern, in dem Sie konstatierten: „Die Rechten stehen für Kzs, die Linken für Gulags!“ und sperrten schließlich die Bochumer Bevölkerung stundenlang aus der Innenstadt aus, um einem Haufen ewiggestriger Soziopathen, die Möglichkeit zu geben, ihre kranken Parolen zu skandieren. Das macht Ihnen so schnell keiner nach, Herr Wenner!

Unvergesslich werden auch einige andere Bonmots Ihrerseits und von Ihnen angeregte Aktionen bleiben:

Im Zusammenhang mit der von Ihnen letztlich verbotenen NPD - Demo gegen den Synagogenbau (WAZ, 31.1.04) verbaten Sie sich die Einmischung durch den öffentlichen Appell der 24 Bochumer Richter, die sie aufforderten solche faschistischen Provokationen nicht zuzu- lassen (WAZ, 26.1.04) und „fühlten sich durch die Richter unangemessen belehrt“.

Auch Ihre pauschalen Ausfälle gegen Russlanddeutsche als „Ergebnis einer deutschtümelnden Einwanderungspolitik der Regierung Kohl“ und die Formulierung „asiatische Gewaltbereitschaft“ (Zitate: WAZ, 29.3.04) im Zusammenhang mit den Herner Hinrichtungsmorden sollen hier nicht unterschlagen werden.

Als Sie am 16.4.04 ganze Straßenzüge um die Moscheen an der Dibergstraße und am Hustadtring durch schwer bewaffnete Beamte abriegeln ließen, damit in der Bevölkerung nahezu eine Panik erzeugten und friedliche Muslime nach dem Freitagsgebet belästigen ließen, war Ihnen das Fahndungsglück wohl weniger hold.

Statt gewaltbereiter Islamisten konnten Sie nur berechtigte Kritik einfahren.

Doch so etwas ficht doch Sie nicht an! „Das seien doch nur die 68er, die immer noch in der Gartenlaube sitzen und nicht merken, dass die Girlanden verbrannt sind“ (Zitat, WAZ 20.4.04) und „Wir können Anschläge viel eher verhindern, wenn wir die Leute frühzeitig herauspicken können und sie dann weiter verfolgen“ (Zitat, Stadtspiegel Bochum, 8.5.04) waren dazu Ihre lakonischen Bemerkungen. Wenig- stens hat Ihnen später das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Rechtswidrigkeit dieser Aktion bescheinigt (Ruhrnachrichten, 23.11.07).

Diese Chronologie ist nur ein kurzer Ausschnitt Ihres Schaffens im Dienste der Bochumer Bevölkerung.

Viel Freude an der der „Rute 2008“, Sie haben sich diesen Preis wirklich verdient!

Mit kritischen Grüßen
Soziale Liste Bochum, Der Vorstand
Mülheim an der Ruhr / Dortmund - 21.12.08
Rechte in NRW
Löcher in der Fensterscheibe

Zunächst war nur die Haustüre mit Sekundenkleber zugepappt, dann wurde sein Konterfei in einer Art "Bürgerbrief" im Viertel verteilt, kurz darauf dann in die Seitentüre des nagelneuen Seat - Pkws ein Hakenkreuz geritzt. Als dann Tage später das Auto bestialisch stank, wunderte es Dieter Spliethoff schon gar nicht mehr, dass "ein Fisch feste in die Lüftung reingedrückt" worden war.

Der Mülheimer SPD-Politiker und seine Familie werden seit Monaten schon von Rechtsradikalen bedroht. "Daran besteht kein Zweifel", ver- sichert Spliethoff. "Die hinterlassen jedes Mal ihre Visitenkarte." Auf- kleber mit dem Logo der Jungen Nationaldemokraten, der NPD - Jugendorganisation, Flyer auf denen steht: Deutschland den Deutschen.

Dieter Spliethoff

Begonnen hatten die Attacken auf die Mülheimer Familie, nachdem Dieter Spliethoff sich eines Abends mit einem Glatzkopf anlegte. Der hatte ein NPD - Flugblatt in Spliethoffs Briefkasten geworfen, war von dem Lokalpolitiker dabei erwischt und zur Rede gestellt worden und hatte daraufhin gedroht: "Ich komm wieder mit meinen Freunden". Wenige Tage später begannen die Angriffe.

Seitdem vollziehen die Spliethoffs jeden Morgen das gleiche Ritual: Egal ob Eltern oder Kinder, jeder der aus dem Haus tritt, "guckt nach dem Türschloss, auf die Treppe und, bevor man sich ins Auto setzt, geht man einmal drumherum", beschreibt Dieter Spliethoff den inzwischen eingespielten Rhythmus.

Das dreiste Vorgehen von Rechtsradikalen gegen Spliethoff scheint im Ruhrgebiet kein Einzelfall zu sein. Auch auf das Dortmunder Wahlkreisbüro der Linken - Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke wurden inzwischen vier Anschläge verübt. Jedes Mal hinterließen die Attentäter Aufkleber mit Parolen wie "Dortmund ist unsere Stadt". Angefangen hatte es vor über einem Jahr, der letzte Anschlag war Ende August. Mehrfach wurden die Büroscheiben zertrümmert, mal durch Steine, mal mittels einer Stahlzwille "regelrecht durchschossen", so Ulla Jelpke.

Mitarbeiter haben Angst

Seitdem haben die Mitarbeiter der Linken - Abgeordneten Angst, fühlen sich ungeschützt. Vor allem, nachdem bei dem vierten, dem bisher letzten Anschlag, die örtliche Polizei nicht mehr zur Spurensicherung kam. "Die haben einfach abgewinkt und gesagt, das würden sie sich gar nicht erst angucken. Das würde nichts bringen." Ein Pressesprecher der Dortmunder Polizei räumt zwar ein, dass "nicht jedes Mal", jemand vor Ort war. Man sei jedoch, was diese Vorfälle angehe, hoch sensibilisiert.

Ulla Jelpke

Ulla Jelpke hat inzwischen, auf ihren wiederholten Antrag hin, vom Bundestag Sicherheitsjalousien für ihr Büro bewilligt bekommen. Sicherheitsglas wäre ihr lieber gewesen, denn ihre Mitarbeiter "können ja nicht den ganzen Tag die Jalousien runterlassen". Seit den Anschlägen auf ihr Büro bekommt sie vermehrt Drohanrufe und E-Mails, "ganz übler Art", wie sie sagt. So wird ihr unter anderem angekündigt: "Diese Frau, die den nationalen Widerstand stört, muss beseitigt werden."

Für den stellvertretenden Leiter des NRW - Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, ist inzwischen eine neue, in allen Bundesländern seit 2004 auftretende rechtsextreme Gruppierung "Autonome Nationalisten" hochgefährlich. Der Verfassungsschützer beschreibt sie als jung und latent gewaltbereit. Sie würden, so Freier, wenn sie glauben angegriffen zu werden, auch zu Gewalt greifen. Ihr Auftreten hat seiner Einschätzung nach "das Potential an Gewalt in der rechtsextremen Szene enorm gesteigert".

Dennoch haben sich seiner Beobachtung nach ähnliche Bedro- hungsszenarien wie die gegen den Mülheimer SPD - Abgeordneten oder das Dortmunder Wahlkreisbüro in letzter Zeit nicht gehäuft. Es blieben, so schätzt er, "bedenkliche aber Einzelfälle".
Quelle: FR, 21.12.08
Dortmund 19.12.08
Neonazis trainieren Straßenkampf in Grundschul - Turnhalle

Die rechtsextreme Szene wird immer gewaltbereiter. Das zeigen nicht nur das große Aggressionspotenzial beim letzten Dortmunder Neonazi - Aufmarsch und der Angriff auf den Passauer Polizeichef.


In Dortmund rüstet und vernetzt sich die autonome Szene weiter. Der neue Höhepunkt: Sie betreiben Kampfsport in einer städtischen Turnhalle. Dem hat jetzt die Stadt einen Riegel vorgeschoben. Nach Anfrage unserer Zeitung bei verschiedenen Stellen haben die Sport - und Freizeitbetriebe sofort reagiert und dem Sportverein Tremonia e.V. den Nutzungsvertrag gekündigt. „Wir diskutieren da gar nicht, sondern haben sofort den Vertrag beendet“, betonte der zuständige Dezernent Jörg Stüdemann. Seit kurzem konnten sie die Turnhalle der Friedensschule, einer städtischen Grundschule in Lütgendortmund, nutzen. Der Verein wurde vor rund einem Jahr gegründet und betreibt Kampfsport.
Turnhalle der Friedensschule
"Verpiss dich du Judenschwein"

Das allein wäre noch nichts Ungewöhnliches. Allerdings sind die Aktiven des Vereins keine Unbekannten: Zwei Mal pro Woche nutzten Mitglieder der Autonomen Nationalisten, der Fußball - Hooligangruppe „Northside“ und der „Desperados“, fanatischen Fußballfans aus der Ultra-Szene , die Turnhalle der Friedenschule. Dort trainieren sie Straßenkampftaktiken („Luta Livre“), die sie dann auch auf der Straße einsetzen. Der Redaktion liegen ältere Videos vor, die Mitglieder der „Northside“ beim Kampf mit anderen Hooligans auf einem Waldweg zeigen. Dort sind auch Hitlergrüße zu sehen und Kampfrufe wie „Verpiss dich du Jude“, „Hau ab du Judenschwein“ und „Lass den verrecken“ zu hören.


Hohes Aggressionspotenzial


Beim letzten Neonazi - Aufmarsch in Dortmund am 6. September stell- ten nach Polizeiangaben die Autonomen Nationalisten rund ein Drittel der 1180 Demoteilnehmer. Aus ihren Reihen wurde auch ein Großteil der 172 angezeigten Straftaten begangen und 18 Polizeibeamte ver- letzt. Zum Hintergrund: In Passau werden Autonome Nationalisten aus München für den Angriff auf den Polizeichef verantwortlich gemacht, da dieser engagiert gegen Neonazis vorgegangen war.
In Szenekreisen wird schon länger über die Verbindungen von Neonazis und fanatischen Fußball - Fans gemutmaßt. Auch ist von gemeinsamen Wehrsportübungen im In- und Ausland die Rede. In Dortmund war vor rund einem Jahr eine solche Aktion im Schulte - Witten - Park aufgeflogen. Mit dem Verein Tremonia und der Nutzung einer städtischen Sporthalle hat das Ganze jedoch eine neue Dimension erreicht. Der Übungsleiter des Kampfsportvereins ist übrigens bei der Justiz aktenkundig: Gegen ihn wurde wegen Körperverletzung und Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt – die Verfahren mussten jedoch seinerzeit wegen Mangels an Beweisen eingestellt werden.

Stadtbezirk ist alarmiert


Bei den zuständigen Stellen ist man nun alarmiert: „Wir haben schon länger vermutet, dass sich bei uns einiges abspielt“, berichtet Erika Wehde, SPD - Ortsvereins - Vorsitzende in Lütgendortmund und Mitglied der Bezirksvertretung. Auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Dr. Frank Gillmeister (Grüne) fühlt sich bestätigt. „Das passt zu unserer Wahrnehmung.“ Denn rechtsextreme Schmierereien und Aufkleber hätten im Stadtbezirk stark zugenommen.
Dazu passt auch, dass der Staatsschutz eine Kneipe in Marten im Visier hat: Im Hinterzimmer der Gaststätte „Zum Güterbahnhof“ tagen mittwochs die Autonomen Nationalisten und sonntags die Kameradschaft Tremonia. SPD und Grüne wollen nun Druck auf die neuen Betreiber ausüben. Denn diese müssten sehr wohl wissen, wen sie beherbergen: Sie öffnen nämlich auf besonderen Wunsch der beiden Gruppen – normalerweise hat die Kneipe an den besagten beiden Tagen geschlossen. Die Wirte waren nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Quelle: WE, 19.12.08
Mülheim - 15.12.08
Nazis hetzen gegen Mülheimer Ratsherrn

Seit Monaten wird der Mülheimer SPD-Ratsherr Dieter Spliethoff mal mehr, mal weniger von Jung - Nazis terrorisiert. Die Polizei fährt inzwischen regelmäßig an seinem Haus vorbei, weitere Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen.

Fassungslos reagierte Spielthoff am Sonntag auf das Verbrechen in Passau: „Es ist unglaublich.” Angst habe er zwar nicht, aber ein un- gutes Gefühl bleibt: „Man weiß nie, zu welchen Idiotien diese Leute in der Lage sind.”

"Wir kommen wieder"


Vor Monaten hatte der Terror gegen den Sozialarbeiter angefangen. Er hatte seine Stimme erhoben, als Jung - Nazis Zettel verteilten und sich so in der Stadt bekannt machen wollten. Der SPD-Ratsherr vertrieb sie. „Wir kommen wieder", hatten sie angekündigt, und sie kamen wieder.

In Form eines so genannten Bürgerbriefs, der an Haushalte verteilt wurde, rief die Jugendorganisation der NPD zur Hetzjagd auf Spliethoff auf. Der Politiker hatte sich als Vorsitzender des Jugendhilfeaus- schusses mäßigend in die politische Debatte um eine Jugend- kultureinrichtung eingeschaltet, über die öffentlich gestritten wurde, nach- dem es im Umfeld zu Zerstörungen und Prügeleien gekommen war.

Solidarität in Mülheim


Mehrfach haben die Radikalen bisher dem Ratsherrn die Haustür verklebt. Immer hinterließen sie einen Nazi-Aufkleber als Steckbrief. In den Lack seines Wagens kratzten sie ein Hakenkreuz. Auch seine Frau wurde belästigt, einen toten Fisch steckten sie in die Lüftung ihres Autos. Danach schaltete sich auch NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, ein.

Unter dem Motto „Wir sind alle Dieter Spliethoff" stehen die demo- kratischen Parteien, Gewerkschaften,Verbände und viele Bürger geschlossen hinter ihm. Auf der Internetseite der Mülheimer SPD werden Solidaritätsbekundungen gesammelt. „Rechter Terror gegen Menschen hat in Mülheim keinen Platz”, sagt Unterbezirkschef Frank Esser und fordert Null Toleranz gegen NPD, DVU und Ähnliche. In der SPD wertet man die Attacken als Angriff auf den Rat und alle Demo- kraten.

Quelle: WAZ Mülheim a.d. Ruhr, 15.12.08
Dortmund - 14.12.08
Aufruf zur Schaffung von Erinnerungstafeln an Stätten der NS-Wirt- schaftsverbrechen

"Maßgebenden Herren der westlichen Industrie"

Die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA, Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen, Büro Gathe 55, 42107 Wuppertal, Tel. 0202 45 06 29 - Fax 0202 25 49 836 und vvn-bdanrw@freenet.de www.nrw.vvn-bda.de) hat dazu aufgerufen, Erinnerungstafeln an Verbrechen der Wirtschaft in der NS-Zeit einzurichten.

In einem Brief an Gruppen und Initiaiven heißt es:

Betr. Rallye "Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945"


Liebe Freundinnen und Freunde!

Wir möchten Euch mit folgendem Brief bekannt machen, mit dem sich die VVN-BdA Dortmund an den Rat der Stadt wandte. Der Brief ist eine Beitrag im Rahmen der Rallye "Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945". Er sieht einen Antrag zur Anbringung einer Warntafel vor. Der Text:

In Form einer Anregung an den Rat der Stadt Dortmund (§ 24 GO) beantragen wir Namens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Mahngängen am 7. Januar 2008 und am 8. November 2008, an der Grünanlage Hainallee eine Mahntafel anzubringen mit dem Text:

"Hier an der Ecke Eintrachtstraße/Hainallee, in der Villa Springorum trafen sich am 7. Januar 1933 Franz v. Papen und führende Ruhrindustrielle, um die Machtübertragung an Hitler herbeizuführen. Viele Ruhrindustrielle unterstützten bereits vor 1933 die Ziele der Nazis. Sie profitierten von Krieg, Faschismus und Holocaust."

Unsere Mahngänge führten uns an jenen Tagen zu den Stolpersteinen für die Opfer des NS-Regimes. Wir sind der Meinung, dass es auch Erinnerungstafeln an die Täter geben sollte. Darunter jene aus der Wirtschaft.

Der Vorgang, an den wir erinnern möchten, ist belegt durch Prof. Gustav Luntowski, der in seinem Buch "Hitler und die Herren an der Ruhr - Wirtschaftsmacht und Staatsmacht im Dritten Reich" an folgendes erinnert: Um sich im engsten Kreise vertraulich über wichtige Fragen abzustimmen, schlossen sich im Januar 1928 zwölf Industrielle zusammen, die sich selbst als die "maßgebenden Herren der westlichen Industrie" bezeichneten. Ihre Vereinigung nannten sie die "Ruhrlade". Mit ihr und ihrem "engeren Kreis", dem Krupp, Klöckner, Reusch, Springorum, Thyssen, Vögler und Poensgen angehörten, hat sich der langjährige Dortmunder Stadtarchivar Gustav Luntowski befasst.

Er konnte aus bisher ungenutzten Quellen, darunter den Privatarchiven der Herren der Ruhrlade, schöpfen und stellte „eine Mitverantwortung der Industriellen für das nationalsozialistische Unrechtssystem“ fest.


Angeregt wurden wir zu unserem Antrag auch durch ein Projekt aus dem Jahre 1996 der Stadt Köln. Damals wurde dort am Hause Stadtwaldgürtel 35 ein Schild geschaffen mit dem Text: "Hier, im Haus des Privatbankiers Kurt Freiherr von Schröder, trafen sich am 4. Januar 1933 Adolf Hitler und Franz von Papen, um über eine Regierungsbildung zwischen Nationalsozialisten und Rechtskonservativen zu beraten. In einem Gespräch wurden die Weichen für Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 gestellt und die Voraussetzungen für die menschenverachtende Diktatur der Nationalsozialisten geschaffen. Kurt von Schröder unterstützte bereits vor 1933 die Ziele des Nationalsozialismus und organisierte nach 1933 finanzielle Leis- tungen der deutschen Wirtschaft an die SS."


Während Hitler von Köln aus zu Industriellen nach Mülheim / Ruhr weiterreiste, um am 7. Januar die weiteren Schritte hin zu Diktatur und Krieg zu besprechen, trat von Papen dasselbe in Dortmund.

Wir bitten Sie, unserem Antrag zuzustimmen und die nötigen Schritte einzuleiten.
Quelle: VVN-BdA. 14.012.08
Dortmund
Antifa-Adventkalender 2008

In diesem Jahr werden die Internetnutzer mit einem Antifa - Advetkalender beglückt. An jedem Adventsonntag werden Nazis aus Dortmund nun aus ihrer vermeintlichen Anonymität gerissen und dürfen sich fortan im Adventskalender präsentieren.

Mit den bloßen Internet-Outings ist es allerdings nicht getan. So wurde zusätzlich zu den vier veröffentlichten Neonazis Timo Schade (Liedermacher „fenrir“ - „nationale Klavierballaden“), bei seinem Arbeitgeber (einem großen Energiekonzern) geoutet. Dieser dürfte am Montag ein Schreiben erhalten, was ihn höchst wahrscheinlich zu einer Kündigung veranlasst. Genauso verläuft es bei Brian Wobker, der bei einem Produ- zenten von Arbeitsbühnen beschäftigt ist und der - quasi als vorgezoge- nes Geburtstagsgeschenk - ein Kündigungsschreiben erhalten wird.

Die afa-advent-crew bittet um Infos und Material zur Dortmunder Neonaziszene und zu den abgebildeten Personen. Es soll den Lesern natürlich überlassen bleibt , was sie mit den Infos anstellen.

Man kann Kontakt über antifa-advent@safe-mail.net (pgp-key auf Anfrage) aufnehmen.

Antifa-Adventskalender
Gelsenkirchen, 04.12.08
Breiter Protest gegen Anti-Moschee-Wurfsendung
"Spalten, hetzen, Ängste schüren"

Nach der SPD haben sich auch AUF, Grüne, Linke und CDU Rotthausen gegen die Wurfsendung von Pro NRW positioniert. Der ungewöhnlichste Protest kommt jedoch aus Düsseldorf.

Dort haben die SPD - Abgeordneten Markus Töns und Heike Gebhard sowie MdL und Minister Oliver Wittke (CDU) erstmals eine gemeinsame parteiübergreifenden Erklärung abgegeben.

„Mit pauschalen Vorurteilen versucht Pro NRW Ängste bei den Menschen zu schüren und die Gesellschaft zu spalten”, so das Trio. Statt aufzuklären verbreite die Bewegung ausländerfeindliches Gedankengut, indem der Islam diffamiert und bekämpft werde.

„Wir sind stolz auf das Grundrecht auf Religionsfreiheit, das eine Grundlage der Entstehung der Freiheitsordnung des Grundgesetzes war”, erklären die Politiker. Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung nähmen sie ernst. „Sie müssen im gemeinsamen Dialog mit allen Beteiligten aufgegriffen und gelöst werden.” Das Bürgerbegehren von Pro NRW setze dagegen auf Konfrontation und Ausgrenzung.

Schärfer formuliert die AUF-Stadtverordnete Monika Gärtner-Engel ihre Ablehnung. Die Wurfsendung sei eindeutig als „Hetzblatt” zu werten, bei dem Erinnerungen an das Nazi - Organ „Stürmer” kommen könnten. Dieses „braune Machwerk” spiele mit den Ängsten der von Sozialabbau gebeutelten Bürger.

„Die Postwurfsendung von Pro NRW ist eine fremdenfeindliche Hetzkampagne”, so Grünen - Sprecherin Irene Mihalic. Unter dem Deck- mantel, sich für Bürger einzusetzen, werde gegen Muslime und die Religionsfreiheit Stimmung gemacht. Mihalic fordert die Verwaltung auf, den Stadtverordneten und Pro-GE-Chef Hauer wegen des Missbrauchs seines nur für die Ratsarbeit zu nutzenden Büros zur Räumung zu veranlassen.

Mit „Entsetzen” reagiert Linke - Sprecher Ralf Herrmann auf das Pro - NRW - Faltblatt. Eine Moschee in Gelsenkirchen zu bauen komme den ausländischen Bürgern zugute und trage zur Integration bei.

Und auch die CDU Rotthausen distanziert sich von den Aktionen der Bürgerbewegung Pro NRW bzw. Pro Gelsenkirchen. „In ihrer jüngsten Aktion scheinen die ,Ewig-Gestrigen' sich nun ein neues Ziel für ihre Hetzkampagnen und Stammtischparolen gesucht zu haben: die Glaubensfreiheit”, so Henning Voß, Vorstandsmitglied der CDU in Rotthausen.

Die Erklärungen der Parteien und Politiker im Wortlaut

Die Grünen:

Zur Postwurfsendung von Pro NRW erklärt Irene Mihalic, Vorstands- sprecherin der Gelsenkirchener Grünen: „Das Vorgehen von Pro NRW ist eine einzige Hetzkampagne! Unter dem Deckmantel sich für Bürgerinnen und Bürger einsetzen zu wollen, wird hier gezielt gegen Muslime, gegen Ausländer, gegen die Religionsfreiheit und damit auch gegen unsere demokratischen Grundwerte Stimmung gemacht!“

Die Gelsenkirchener Grünen appellieren an alle demokratischen Kräfte sich gegen einen solch durchschaubaren Rechtspopulismus aktiv zur Wehr zu setzen. „Hier sind alle Beteiligten gefragt, diesem Vorgang den Boden zu entziehen und das Problem nicht länger zu ignorieren.“ Die Grünen fordern die Verantwortlichen der zuständigen Post - Niederlassung in Essen auf, dem Kölner Beispiel zu folgen und die Wurfsendungen nicht mehr zuzustellen.

Ebenso sei auch die Verwaltung nun zum Handeln verpflichtet: „Herr Hauer missbraucht seine Stellung als Stadtverordneter und die ihm zur Verfügung gestellten Mittel für seine parteipolitischen Kampagnen. Es kann nicht sein, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dies auch noch finanzieren!“, so Mihalic. Hauer hatte, entgegen seiner Verpflichtung, als Adresse auf der Postwurfsendung die Anschrift seines Stadtverordnetenbüros in der Emscherstraße angegeben. Er wurde bereits darauf hingewiesen, dass er das Büro nur für seine Ratsarbeit nutzen dürfe. Die Grünen fordern daher die Verwaltung auf, Herrn Hauer zur Räumung seines Büros zu veranlassen und die Verwendung, der ihm zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel zu überprüfen.

AUF-Gelsenkirchen:

„Ich möchte ganz klar betonen, dass dieses in der WAZ so neutral betitelte „Anti-Moschee - Papier“ eindeutig als Hetzblatt zu werten ist, bei dem einem gar Erinnerungen an den früheren „Stürmer“ kommen könnten. Formulierungen wie „Zudem steht der typisch osmanische Stil auch speziell für die türkische Einwanderung, frei nach dem Motto: „Wir sind hier und wir bleiben hier!" sind ein Paradebeispiel für eine subjektiv dargestellte Meinung, die allein dazu dient zu diffamieren, ohne überhaupt ein Quentchen sachlicher Argumente vorzuweisen. Selbstverständlich spielt dieses braune Machwerk auch mit den Ängsten der von Sozialabbau gebeutelten Bürger; auch hier gibt es deutliche Parallelen zu dunklen Kapiteln in der deutschen Geschichte“ erklärt Monika Gärtner - Engel, Ratsfrau für AUF-Gelsenkirchen. Der berechtige Kampf gegen die ultrareaktionäre Milli Görres könne nicht mit der Verweigerung religiöser Bauten geführt werden!

Gärtner-Engel gibt ferner ihr Missfallen zum Ausdruck, dass „wieder einmal“ – hier mit der Postzustellung - Mechanismen in Gelsenkirchen nicht greifen, die in anderen Städten Erfolg hatten.

„Ich fordere alle Parteien in Gelsenkirchen auf, dieses Vorgehen einhellig zu verurteilen und dazu Wahlkampf und Konkurrenz - Spielchen wie „Wer sind die besseren Antifaschisten“ über Bord zu werfen. In Köln hat die Einigkeit aller Verantwortlichen in dieser Frage die Bürger unterstützt und letztendlich zum Erfolg geführt. Das sollte hier auch möglich sein!“ meint Gärtner - Engel abschließend, die sich ansonsten auch diesbezüglich klar positioniert, dass K.G. Hauer nichts mehr in der Emscherstrasse verloren hat.

Gemeinsame Erklärung der Landtagsabgeordneten Markus Töns, Heike Gebhard (SPD) und Oliver Wittke (CDU):


Die in diesen Tagen verteilte Postwurfsendung der Vereinigung "pro NRW" gegen die geplante Moschee an der Schüngelbergsiedlung dient nicht dazu, den sozialen Frieden in Gelsenkirchen zu erhalten. Mit pauschalen Vorurteilen versucht "pro NRW" Ängste bei den Menschen zu schüren und die Gesellschaft zu spalten. Statt aufzuklären, verbreitet "pro NRW" ausländerfeindliches Gedankengut, indem der Islam und seine Gotteshäuser generell diffamiert und bekämpft werden.

Wir sind stolz auf das Grundrecht auf Religionsfreiheit, das eine Grundlage der Entstehung der Freiheitsordnung des Grundgesetzes war. Dieses Grundrecht entspricht der abendländisch-christlichen kulturellen Verwurzelung Deutschlands. Deshalb müssen auch die Moscheen für alle Gläubigen offen stehen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Nationaltät. Moscheen müssen in guter Nachbarschaft mit ihrem Umfeld leben und transparent sein. Sie müssen sich auch - wie die christlichen Kirchen - schwierigen Fragen stellen und Positionen beziehen, die es den Gläubigen ermöglichen, im Einklang mit unseren demokratischen Werten zu leben. Dass dies gelingen kann, hat der Bau der Moschee in Duisburg - Marxloh gezeigt.

Die Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung nehmen wir ernst. Sie müssen im Dialog mit allen Beteiligten aufgegriffen und gelöst werden. Das Bürgerbegehren der rechtspopulistischen Vereinigung "pro NRW" aber setzt nicht auf Dialog, sondern auf Konfrontation und Ausgrenzung. Deshalb rufen wir alle demokratischen Kräfte in Gelsenkirchen auf, mit dafür Sorge zu tragen, dass Gelsenkirchen weiterhin eine weltoffene und tolerante Stadt bleibt, in der das Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen von Verständnis und Akzeptanz geprägt ist.

Die Linke:

Linke-Sprecher Ralf Herrmann erklärt: Mit Entsetzen habe ich das Exemplar von PRO NRW zur Kenntnis nehmen müssen. Allein das Bild einer Moschee auf der Startseite ist völlig überzogen, denn eine Moschee in dieser Größe ist gar nicht geplant. Dieses Bild soll meines Erachtens lediglich Ängste schüren und das ist unredlich. Eine Moschee in Gelsenkirchen zu planen und zu bauen kommt unseren ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu Gute und hilft der Integration und dem Verständnis anderen Kulturen gegenüber.

Der Verfasser behauptet ferner, dass DIE LINKE den Mittelstand zerstören will, so einen Unfug habe ich lange nicht gelesen! Das Gegenteil ist der Fall. Den Mittelstand zu fördern und zu stützen ist das Anliegen unserer Partei DIE LINKE. Eine Gewerbesteueranhebung für den Mittelstand plant DIE LINKE nicht. Dass die Fraktion dieses in Gelsenkirchen fordert, widerspricht unserem Verständnis von Mittelstandspolitik.

Pro NRW behauptet Unternehmen in Gelsenkirchen – den Mittelstand – zu fördern, ich frage mich aber, weshalb dies nicht geschieht. Die Postwurfsendung, 80.000 Exemplare, ist in Köln gedruckt worden, nicht in Gelsenkirchen, obwohl hier Druckereien auch jeden Cent benötigen. Also Pro NRW, wie glaubwürdig seid ihr denn?

CDU Rotthausen:

Vorstandsmitglied Henning Voß erklärt: Die CDU Rotthausen distanziert sich ausdrücklich von jegweden Aktionen der Bürgerbewegung "Pro NRW und "Pro Gelsenkirchen"!

In ihrer jüngsten Aktion (einer Briefwurfsendung an 80.000 Haushalte in Gelsenkirchen) scheinen die "Ewig - Gestrigen" sich nun ein neues Ziel für ihre Hetzkampagnen und Stammtischparolen gesucht zu haben: die Glaubensfreiheit.

Schaut man sich jedoch einmal die personelle Aufstellung dieser Gruppierung an, stellt man überraschend schnell fest wer sich hinter dieser angeblich so bürgerfreundlichen Vereinigung versteckt.

Sowohl die Vorstandsmitglieder von "Pro Gelsenkirchen", als auch die des Dachverbandes "Pro NRW", erweisen sich als Personen des rechten (wenn nicht gar "braunen") Spektrums und blicken fast ausnahmslos auf eine politische Vergangenheit in der NPD oder den REPUBLIKANERN zurück.

Dies scheint demnach ein schlichter Versuch zu sein die Bürger unserer Stadt mittels eines neuen Namens zu täuschen und sich hinter einer angeblich gut bürgerlichen Fassade zu verstecken.

Die CDU bekennt sich ausdrücklich zur Freiheitlich Demokratischen Grundordnung, welche die Glaubensfreiheit als eines der höchsten Güter der Menschen ansieht und diese nicht umsonst auch im Grundgesetz unserer Republik verankert ist.

Aber auch bei den Sachargumenten scheinen sich die Damen und Herren von "Pro Gelsenkirchen" zu keinem Zeitpunkt eines Gesetzbuches oder den konkreten Plänen zum Moscheenneubau bedient zu haben und weisen sogar selbst in ihrer Bildunterschrift auf die Tatsache hin, dass die Grundlage ihrer "Stimmungsmache" aktuell gar nicht "in Planung" sein.

Die Meinungsfreiheit der Mitglieder von "Pro Gelsenkirchen" in Ehren, aber die Grenze des politisch Vertretbaren dürfte bei dieser Unkenntnis der Grundlagen der Demokratie und einer solchen Verdrehung von Tatsachen wohl deutlich überschritten sein.
Quelle: WAZ Gelsenkirchen, 04.12.08
Bochum - 04.12.08
NPD und Polizei in Bochum

Der Bochumer Amtsrichter Dr. Ralf Feldmann hat einen Brief an den Innenminister des Landes NRW verfasst. Er befasst sich im Anschluss an die NPD - Demo im Oktober und dem “Heldengedenken” der NPD in Wattenscheid am Volkstrauertag mit dem Thema NPD und Polizei in Bochum. Der Brief fasst die Diskussion des Bochumer Friedensplenums zu diesem Bereich zusammen.

Der Brief im Wortlaut:

“Sehr geehrter Herr Minister,

die Verfassungsfeinde der NPD können sich in Bochum über die Polizei nicht beschweren. Auf ihrem widerlichen ausländerfeindlichen Hetzzug durch unsere Stadt am 25. Oktober durften sie erneut – angeführt von zwei einschlägig Vorbestraften – in strafbarer Weise Volksverhetzung begehen, ohne dass die Führung der mit mehreren Hundertschaften eingesetzten Polizeikräfte dies zum Anlass genommen hätte, die Versammlung aufzulösen. Zwar beschlagnahmte die Polizei ein im Demonstrationszug mitgeführtes Transparent mit der Aufschrift “Multikulti ist Völkermord“ in Absprache mit Vertretern der Bochumer Staatsanwaltschaft und gestützt auf einen fernmündlich eingeholten Beschlagnahmebeschluss des Eildienstrichters des Amtsgerichts Bochum. Aber die NPD durfte trotz Volksverhetzung weitermachen.

Dies ist um so empörender, weil das Transparent mit national- sozialistischem Rassenwahn und seiner diffamierenden Ausgrenzung nicht zum “Volk“ gehörender Menschen einen Kernbereich der Nazi - Ideologie aufgreift: Es verbreitet die infame These, ein Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen in unserer Gesellschaft bringe das rassistisch als homogen definierte (deutsche) Ursprungsvolk um sein Dasein; gegen die aus anderen Kulturen Hinzugekommenen wird allein wegen ihrer Existenz in unserer Gesellschaft der verhetzende Vorwurf eines der schwersten Verbrechen, des Völkermordes, erhoben. Diese Hetzbotschaft bestreitet das gleiche Menschsein anderer und rückt sie in die Nähe von Unpersonen. Hüten wir uns davor, solche Parolen als Ausdruck abgrundtiefer Dummheit Ewiggestriger kleinzureden! In den unterentwickelten Hirnen gewaltbereiter Rechter sind sie der Treibsatz für Mord, Totschlag, Brandstiftung und blutige Überfälle auf Migranten: mindestens 150 Menschen sind seit 1990 rechten Gewalttätern zum Opfer gefallen, brutale Angriffe auf Migranten, Ausgegrenzte und politisch Andersdenkende sind die alltägliche Folge solcher Hetze. Die Beschlagnahme des Transparents wegen Volksverhetzung war deshalb dringend geboten.

Warum hat dann aber die Polizei den Aufzug mit dem großen volksverhetzenden Transparent überhaupt losgehen lassen? Warum hat sie am späteren Kundgebungsort die Versammlung nicht aufgelöst, obwohl die Versammlungsleitung nicht bereit war, das corpus delicti freiwillig herauszugeben? Nach dem Versammlungsgesetz kann die Polizei eine Versammlung auflösen, wenn nach den erkennbaren Umständen die öffentliche Sicherheit unmittelbar gefährdet ist; das ist zweifellos der Fall wenn aus einer von einschlägig vorbestraften Volksverhetzern geleiteten Demonstration heraus erneut Volksverhetzung begangen wird und sich damit eine ohnehin vorhandene Gefahrenprognose verwirklicht. Wenn sich die Polizei, wie Polizeipräsident Wenner auf der Pressekonferenz vor der Demonstration erneut bekräftigt hat, durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts für verpflichtet hält, die Versammlungsfreiheit von Nazis zu schützen, dann doch nicht um den Preis vollendeter Volksverhetzung! Auch das Bundesverfassungsgericht würde in einem solchen Fall die öffentliche Sicherheit für gefährdet halten und eine Auflösung der Versammlung nicht beanstanden. Welche andere Ermessensentscheidung wäre denn begründbar, wenn – noch einmal – vorbestrafte Kriminelle sich rückfällig mit anderen zu neuer Hetze zusammen rotten? Angesichts des übergroßen Polizeiaufgebots sehe ich auch keine einsatztaktischen Gegengründe.

Die Unentschlossenheit der Polizei hat in Bochum Tradition. Schon vor gut vier Jahren durften die NPD - Hetzer unter der Führung des inzwischen zum Landesvorsitzenden aufgestiegenen Claus Cremer ihre scheußliche Demonstration gegen den Bau der Bochumer Synagoge fortsetzen, nachdem dieser und sein ebenso krimineller Spießgeselle Axel Reitz – beide waren am 25. Oktober wieder herausragend aktiv - zwei volksverhetzende Reden von sich gegeben hatten. Auch damals erkannten die Verantwortlichen der Staatsgewalt die Strafbarkeit jenes absoluten Tiefpunkts einer Nazi-Versammlung: ein Staatsanwalt bemühte sich Redemanuskripte zu beschlagnahmen.

Das Landgericht verurteilte Cremer und Reitz später zu Freiheitsstrafen, nur ersteren auf Bewährung, was die Senatsvorsitzende in der Revisionsverhandlung beim BGH übrigens zu der Bemerkung veranlasste, diese Strafe sei zwar mild, aber noch nicht unvertretbar mild.

Ich frage Sie als den verantwortlichen Minister: Warum gehört es in Bochum nicht zum – vorbereiteten – Einsatzkonzept der Polizei, einen Nazi - Hetzzug aufzulösen, wenn er in strafbare Volksverhetzung umschlägt?

Die traditionelle Unentschlossenheit der Polizei in Bochum entsteht in einer Atmosphäre abstandsgleichen Ressentiments, mit dem der Polizeipräsident protestierenden demokratischen Bürgerinnen und Bürgern einerseits und nazistischen Verfassungsfeinden andrerseits begegnet. In seiner politischen Bewertung – zum Beispiel auf der Pressekonferenz vor dem Aufmarsch am 25. Oktober – mutieren Demokraten, die sich der zu erwartenden Volksverhetzung in den Weg stellen wollen – im bisherigen Sprachgebrauch Herrn Wenners immerhin gelegentlich als “Gutmenschen“ geadelt -, umstandslos zu Linksextremen, wobei diese für Gulags, Neo - Nazis dagegen für Konzentrationslager stünden. Wer anlässlich eines ausländerfeind- lichen Nazi - Aufmarsches die polizeiliche Aufgabe darin sieht, KZ-Freunde vor Gulag-Freunden zu schützen, der läuft im Bann dieses emotionalisierten Vorverständnisses leicht Gefahr, erwartbare Straftaten als allenfalls “gelbwürdige“ Allerweltfouls im ritualisierten Streit von Extremisten zu minimieren, ohne sich und seine Einsatzkräfte auf die dringend notwendige rote Karte für nazistische Volksverhetzer vorzu- bereiten.

Eine andere Variante abstandsgleichen Umgangs der Bochumer Polizei mit Demokraten und Neonazis ließ der 1. Polizeihauptkommissar Lotte, Leiter der Polizeiwache in Wattenscheid, in seiner Einschätzung der Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag erkennen. Traditionell findet dort am Ehrenmahl mittags zunächst das offizielle Gedenken der Bezirksvertretung an die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus statt. Kurze Zeit später nimmt sich die NPD seit Jahren heraus, am gleichen Ort ihr Heldengedenken zu zelebrieren. Vor diesem Hintergrund wird Herr Lotte im Lokalteil Wattenscheid der WAZ Wattenscheid vom 17.11.2008 wie folgt zitiert: “Dieser Tag hat im Gedenken an die Gefallenen eine besondere Bedeutung. Er zeigt aber auch, dass Demokratie belastbar sein muss. In Wattenscheid hat es in gewisser Weise Tradition, dass nach der Kranzniederlegung durch die Bürgerschaft auch die NPD vor allem der gefallenen Uniformierten gedenkt. Vor dem Hintergrund des Gedenkens finde ich, dass man versuchen sollte, diesen Tag abseits vom Rechts-Links-Denken anzugehen und vielleicht auch zu tolerieren.“

Der Wachleiter der Polizei am Sitz der NPD-Landeszentrale hält es für denkbar und wünschenswert, den Volkstrauertag abseits vom Rechts-Links-Denken zu begehen und das Gedenken an die Gefallenen, das der demokratischen Bürgerschaft wie das der NPD gleichermaßen, in belastbarer Demokratie zu tolerieren. Als wüsste er nicht, dass “Trauer als Chance für den Frieden“, wie die WAZ in ihrer Überschrift die Grundstimmung des bürgerschaftlichen Gedenkens bündelte, mit der neonazistischen Heroisierung der deutschen Soldaten aus zwei deutschen Raubkriegen – SS und gefallene Kämpfer der “Bewegung“ durchaus einbezogen – völlig unvereinbar ist. Wenn es Herrn Lotte nach den Beschmierungen des Ehrenmals einige Tage vorher nur darum ging, für die Zukunft einen weniger aggressiven Umgang mit dem heillos schwierigen Gedenktag Volkstrauertag anzumahnen , warum gibt er dann obendrein dem Heldengedenken der NPD die legitimierende Zustimmung eines leitenden Polizeibeamten? Sollte darin seine politische Grundeinstellung im Umgang mit der NPD zum Ausdruck gekommen sein – dieser Frage bitte ich nachzugehen - , obläge es Ihrer politischen Verantwortung zu entscheiden, ob er in Wattenscheid der richtige Mann am richtigen Platz ist.
Nahe der nordrhein - westfälischen Zentrale des braunen Übels
grüßt Sie besorgt

Ralf Feldmann

P.S. Da die Diskussion der aufgeworfenen Fragen eine entschieden demokratische sein muss, werde ich diesen Brief zur öffentlichen Diskussion stellen.”