Herne - 27.01.12
Herne gedachte der Shoah-Opfer
Rund 120 Menschen haben auf Einladung von Oberbürgermeister Horst Schiereck am Freitag, 27. Januar 2012, der Opfer des Nationalsozialismus gedacht, insbesondere der Opfer der Shoah. „Der Gedenktag soll uns an die Leiden und den millionenfachen Tod unserer jüdischen Mitbürger erinnern“, sagte der OB bei der Gedenkstunde im Kulturzentrum.
Vor Vertretern und Mitgliedern jüdischer Gemeinden äußerte das Stadtoberhaupt zudem die Hoffnung, dass man durch die Erinnerung gemeinsam an einer friedlichen Zukunft arbeiten könne.
Was heißt Erinnerung heute?
Herne gedachte der Shoah-Opfer
Rund 120 Menschen haben auf Einladung von Oberbürgermeister Horst Schiereck am Freitag, 27. Januar 2012, der Opfer des Nationalsozialismus gedacht, insbesondere der Opfer der Shoah. „Der Gedenktag soll uns an die Leiden und den millionenfachen Tod unserer jüdischen Mitbürger erinnern“, sagte der OB bei der Gedenkstunde im Kulturzentrum.
Vor Vertretern und Mitgliedern jüdischer Gemeinden äußerte das Stadtoberhaupt zudem die Hoffnung, dass man durch die Erinnerung gemeinsam an einer friedlichen Zukunft arbeiten könne.
Was heißt Erinnerung heute?
Dieser Hoffnung gaben auch 12 Delegierte des Herner Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) Ausdruck. Sie stellten sich in einem Statement der Frage, was sie als junge Menschen dazu beitragen könnten, dass die Opfer des Naziterrors nicht in Vergessenheit geraten. Ihre Antwort: „Auseinandersetzung, immer wieder und auf vielerlei Arten.“ Dazu zählen für die Mitglieder des KiJuPa zum Beispiel die Erinnerung durch Fahrten zu den ehemaligen Konzentrationslagern in Auschwitz und Bergen-Belsen, der Umgang mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen im Alltag sowie die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt.
Neue Hoffnung durch neue Synagogen
Der Gastredner der Herner Gedenkstunde Dr. Manfred Keller, evangelischer Theologe und langjähriger Leiter der evangelischen Stadtakademie Bochum, erinnerte im Anschluss an die Geschichte jüdischen Lebens in Herne, vor allem rund um die Synagogen in Wanne und Herne. Beide Gotteshäuser wurden von Nazischergen der SS und SA niedergebrannt. Erst 2007 entstand in Bochum eine neue Synagoge für die jüdische Gemeinde Bochum, Herne, Hattingen. „Es bleibt die Hoffnung, dass diese Synagoge die Kraft und Ausstrahlung hat für ein neues Leben – nicht nur der jüdischen Gemeinde, Menschen aller Glaubensrichtungen“, so Dr. Manfred Keller.
Musik wider das Vergessen
Musikalisch begleitet wurde die Gedenkstunde von Musik des jüdischen Komponist Moisei Boroda. Der gebürtige Georgier lebt seit 1989 in Deutschland und hat sich hier auch als Musikwissenschaftler und Schriftsteller einen Namen gemacht. Seine ergreifenden Lieder wurden u.a. von Eugen Poliak (Klarinette), Suzanne Agoston (Klavier) und Ernest Rosza (Violine) vorgetragen.
Gemeinsame Gebete für die Opfer
Die feierliche Gedenkstunde endete am Shoah-Denkmal vor dem Kulturzentrum, wo der Vorbeter der jüdischen Gemeinde Aaron Naor, der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Herne, Reiner Rimkus, und Pfarrer Karl-Heinz Pötter vom katholischen Dekanat Emschertal Gebete in Erinnerung an die Toten sprachen.Vor einer Schweigeminute ermahnte Oberbürgermeister Horst Schiereck die Herner noch einmal, nicht zu vergessen: „Das Shoah-Mahnmal steht an einem sehr zentralen Platz in unserer Stadt und soll uns daran erinnern, dass die Ermordung der Juden nicht irgendwo und ganz weit weg in Konzentrationslagern stattfand, sondern mitten in unseren Städten begann.“
Quelle: Stadt Herne, 27.01.12