Dortmund - 09.02.12
Ein Stolperstein für den Dorstfelder Hellweg

Ein Stolperstein erinnert ab sofort am Dorstfelder Hellweg 66 an das Schicksal der jüdischen Familie Buchdahl. Die Veranstaltung als Zeichen gegen rassistische Gewalt musste von der Polizei geschützt werden.

Minus fünf Grad sind es am Donnerstagmorgen in Dorstfeld, als rund 100 Schüler des Reinoldus- und Schiller - Gymnasiums sowie der Wilhelm - Busch - Realschule, Konfirmanden der evangelischen Christus - Gemeinde und Vertreter der Dorstfelder Politiker und Verbände der Verlegung von drei „Stolpersteinen“ beiwohnten, die ab sofort an die Familie Buchdahl erinnern.

Die Stolpersteine liegen vor dem heutigen Haus, Dorstfelder Hellweg 66, das aber 1942 nur ein Hinterhaus des eigentlichen Wohnhauses war.

Nach Riga deportiert

Wie viele Dortmunder Juden wurden Max und Ida Buchdahl und ihr Sohn Fritz nach Riga deportiert. Letzte aktenkundige Lebenszeichen der Buchdahls gibt es aus dem Jahr 1943 aus einem Transport nach Auschwitz und einem Barackenplan in Birkenau.

Ein älterer Sohn der Familie, Kurt Buchdahl, konnte Deutschland vor der Deportation verlassen, überlebte den Holocaust und gründete eine Familie in Israel.

Die Nachfahren ausfindig machen

„Wir versuchen, die Nachfahren von Kurt Buchdahl in Israel ausfindig zu machen, um sie darüber zu informieren, dass diese Stolperstein jetzt an ihre Familie erinnern“, berichtete Heiko Hamer vom Runden Tisch gegen Rechts auf der Gedenkveranstaltung. Der Dortmunder Rabbiner Avichai Apel würdigte die neuen Stolpersteine: „In den Steinen wird die Erinnerung ewig leben.“

Aktionen von Neonazis befürchtet

Die Veranstaltungen, zu denen die Kinder und Jugendlichen kleine Beiträge vorbereitet hatten, wurde durch Polizei und Vertreter des Ordnungsamtes geschützt, weil man gerade in Dorstfeld Aktionen von Neonazis befürchtet hatte. Doch zu Zwischenfällen kam es nicht.

In der kommenden Woche besuchen Klassen des RSG und der Heinrich - Böll - Gesamtschule das Anne - Frank - Museum in Amsterdam.

Quelle: Ruhr Nachrichten, 09.02.12, von Holger Bergmann