Dortmund – 18.04.2012
Giemsch fliegt aus Sportverein

Wie aus einer Mitteilung des StadtSportBundes Dortmund hervorgeht, versuchte Dennis Giemsch in der Badminton-Abteilung DJK Oespel-Kley Mitglied zu werden. Durch einen Zufall wurde seine Identität bekannt und ihm wurde umgehend Hausverbot erteilt sowie mitgeteilt, dass er bei der DJK Oespel-Kley unerwünscht sei.

Hier die Mitteilung des Vorstandes:


 „Dorstfelder Verhältnisse“ auch bei uns im Stadtbezirk Lütgendortmund? – Mit Nazi-Wohngruppen in verschiedenen Stadtteilen, mit von lauten Parolen untermalten Aufmärschen von dunkel  gekleideten Leuten, mit massiven Störungen von Veranstaltungen im Stadtbezirk (Kleingartenfeste, Kirmes, Stadteilfeste, Vereinsfeste, …), mit Bedrohungen von Menschen und mit Aufklebern, die freie Flächen verschandeln.
Dennis Giemsch (Foto: Archiv)
Denn mit Dennis Giemsch  ist einer der Hauptakteure der Dorstfelder Neo-Nazi-Szene , der„Autonomen Nationalisten“ (ca. 70 Personen in Dortmund), nach Lütgendortmund umgezogen. Er wohnt dort mit seiner Familie. Warum er das gemacht hat, weiß man nicht. Man kann nur Vermutungen anstellen.
Mit der Vereinserweiterung und der damit verbundenen (kurzfristigen)  Anonymisierung von Neumitgliedern (man kennt nicht mehr alle so genau) bestand die Gefahr, dass auch unliebsame Personen die DJK Oespel-Kley für sich entdecken könnten. So war es auch. Dieser Dennis Giemsch versuchte in unserer Badminton-Abteilung „unter zu kommen“. Er hatte einige Male zur Probe trainiert; war aber noch nicht Vereinsmitglied. Durch einen Zufall fiel seine wirkliche Identität auf. Am 15.3. wurde ihm umgehend Hausverbot erteilt und ihm mitgeteilt, dass er bei der DJK Oespel-Kley unerwünscht sei. Er musste auf der Stelle die DJK-Räumlichkeiten verlassen. Das tat er auch ohne Widerspruch.

Dieser Herr Giemsch sieht absolut unscheinbar aus. Er ist ein Mann Ende 20.  Wenn man ihn sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass er einer der führenden Köpfe der autonomen Nationalisten in Deutschland ist!

ABER: Er betreibt einen regen Internet-Handel mit Nazi-Artikeln (z.B. T-Shirts, legale Waffen, Pyrotechnik), finanziert die Dortmunder Nazi-Szene mit und hat einen Server,  auf dem Nazi-Gruppen aus ganz Deutschland ihre Hasstiraden einstellen können. Er ist auch für die immer wieder stattfindenden Nazi-Demonstrationen in Dortmund verantwortlich, indem er sie bean-tragt  und mit organisiert. Nun muss er vor Gericht. Es geht um den Überfall von Neo-Nazis auf Gewerkschaftler auf  der Maikundgebung  vor drei Jahren.

Offensichtlich will Herr Giemsch  soziale Kontakte an seinem neuen Wohnort knüpfen. Dreimal darf man raten warum…..

Dabei ist es schon richtig abgebrüht, sich gerade die DJK Oespel-Kley auszusuchen: Bei der in-ternationalen Ausrichtung des Vereins mit unzähligen Auslandskontakten (Der Vereins ist Ausrichter des internationalen Jugendturnieres um den DO-CUP, Ferienfreizeiten im Ausland), den zahlreichen Mitgliedern mit unterschiedlichster Herkunft, Religion und Hautfarbe, der von Re-spekt und gegenseitiger Toleranz geprägten Vereinsarbeit und dem Gemeinschaftsgeist der Mitglieder.

Im  Vereinskodex der DJK Oespel-Kley, der schon auf der Jahreshauptversammlung 1999 be-schlossen wurde, heißt es u.a.:

„Jegliche Form der Gewalt wird von uns abgelehnt. Das bezieht sich sowohl auf unser Verhalten gegenüber dem jeweiligen sportlichen Gegner sowie im Umgang untereinander. Das bedeutet auch, dass wir rechtsradikale Äußerungen oder Verhaltensweisen völlig ablehnen. Wir sind offen für jeden Menschen, der unsere Ziele unterstützt. Denn Gewalt oder Ausgrenzung von Menschen sind Vergehen gegen die Menschenwürde. Die Geschichte lehrt uns, dass solche Vergehen immer zu einer Katastrophe führen.“

Dem kann eigentlich nicht mehr viel hinzu gefügt werden.

Leider wird es für unseren Verein nicht leicht sein, in der Zukunft  Neo-Nazis aufzuspüren und vom Verein fern zu halten. Allerdings können wir wachsam sein. Am wichtigsten ist aber schnelles und konsequentes Handeln, falls jemand in dieser Hinsicht auffällig ist. Insbesondere durch vielfältige Aktionen für ein menschliches Miteinander verbunden mit einem ANTI-NAZI-KONZEPT werden wir für diese Gruppierungen uninteressant. Dabei dürfen wir nicht nur auf unseren Verein schauen!

Viel wichtiger ist es stadtbezirksübergreifend ein Handlungskonzept zu entwickeln, in dem die Politik, alle Schulen, möglichst viele Vereine und möglichst viele Gruppierungen und Initiativen eingebunden sind.

Gelingt das, dann haben Nazis in Lütgendortmund und vielleicht sogar bald in Dortmund keine Chance mehr!

Wir werden damit beginnen!

Ihr
Hubert Kremer  (1.Vorsitzender der DJK Oespel-Kley)